Kerner

Der Rebenzüchter August Herold hat diese Sorte 1929 an der Lehr und Versuchsanstalt in Weinsberg bei Heilbronn aus den Elternsorten Trollinger und Riesling gezüchtet. Benannt wurde sie nach dem schwäbischen Dichter Justinus Kerner, der in Weinsberg lebte.

kernerIn den siebziger Jahren begann der Siegeszug der Sorte im deutschen Weinbau, der allerdings im Wesentlichen auf Deutschland beschränkt blieb. Seit den achtziger Jahren ist der Anbau wieder langsam rückläufig, aber es ist davon auszugehen, dass die Sorte einen gewissen Stellenwert im deutschen Rebsortenspektrum behalten wird. Im Prinzip in ähnlicher Weise stellt sich dies für uns genauso dar.

Unsere Kernerflächen, die alle in Burgen liegen, sind zwischen 30 und 40 Jahren alt. Die alten Reben bieten besonders gute Voraussetzungen für gute Qualität.

Im Weinberg hat die Sorte ihre Tücken. Sie ist sehr dichtlaubig und bedarf intensiver Laubarbeiten. Auch die höhere Anfälligkeit durch den echten Mehltau bereitet in manchen Jahren Probleme. Kernerweine haben ein sehr eigenständiges Aromaprofil. Die Trauben weisen zumeist hohe Zuckergehalte bei gleichzeitig recht hohen Säurewerten auf, woraus sie ihren rassigen Charakter gewinnen.

Die Sorte hat bei uns im Betrieb heute nicht mehr den Stellenwert, den sie noch vor 20 Jahren hatte. Aber sie hat ihre Freunde, und die wollen wir auch weiterhin mit Weinen aus dieser Sorte erfreuen.